„Höflichkeit killt Umsatz“: Silvia Agha-Schantl im Forbes-Porträt
Wer seinen Preis nennt, ohne sich dafür zu entschuldigen, verkauft besser. Genau darum geht es in einem Porträt, das Forbes Austria am 28. Oktober 2026 über Verkaufsexpertin und Keynote Speakerin Silvia Agha-Schantl veröffentlicht hat.
Haltung statt Höflichkeit
Abwarten, nett nachfragen, bloß nicht aufdringlich wirken: So wird in vielen Vertriebsteams bis heute verkauft, weil man es genau so gelernt hat. Das Ergebnis kennt jede Vertriebsleitung und jede Unternehmerin. Die Gespräche sind angenehm, die Kund:innen freundlich, nur der Abschluss bleibt aus.
Silvia Agha-Schantl hat das am eigenen Leib erlebt. Immer dann, wenn sie zu höflich auftrat oder nach den Glaubenssätzen anderer souverän wirken wollte, ging es schief. Daraus ist ihr bekanntester Satz entstanden, der auch dem Forbes-Porträt den Titel gibt: „Höflichkeit killt Umsatz“.
Ihre Beobachtung aus der Trainingspraxis: Die meisten Menschen im Vertrieb haben kein Wissensproblem, sondern ein Haltungsproblem. Das gilt für Frauen wie für Männer, im Außendienst genauso wie in der Geschäftsführung. Sie sind fachlich stark und verkaufen sich trotzdem unter Wert.
Zwischen Bühne und Wissenschaft
Wie Silvias Antwort auf dieses Problem entstanden ist, zeichnet Forbes anhand ihrer Biografie nach. Mit 15 legte sie Erwachsenen Mietverträge zur Unterschrift vor, und sie unterschrieben. Als Jugendliche gewann sie für eine Hauptrolle den Times Square Award beim New York City International Film Festival, 2011 beendete sie die Schauspielkarriere. Präsenz, Stimme und Körpersprache nahm sie mit. In der Schule galt sie, wie sie selbst erzählt, als Klassendümmste mit drei Fünfern im Zeugnis. Später studierte sie Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Klagenfurt und schrieb ihre Diplomarbeit über Impression Management auf der Bühne.
Aus beiden Welten, der Bühne und der Wissenschaft, besteht die Know-WOW-DNA, das Fundament ihrer Arbeit. Sie bündelt die Essenz aus 23 Jahren Praxis und mehr als 10.000 abgehaltenen Trainings und Coachings. Silvia lehrt charmantes Verkaufen und verzichtet bewusst auf manipulative Abschlusstechniken. Im Mittelpunkt stehen Klarheit und Haltung, und das heißt vor allem, den eigenen Preis auszusprechen, ohne ihn im selben Atemzug zu entschuldigen.
Ihr Grundsatz dahinter: „Können schlägt Wissen, Wiederholen schlägt Erklären.“ Deshalb wird in ihren Trainings nicht nur über Körpersprache, Stimme und Power-Wording gesprochen, sondern geübt, bis es sitzt.
Ergebnisse aus der Praxis
Gebucht wird Silvia von Geschäftsführungen, HR-Abteilungen und Eventagenturen, für Keynotes auf Kongressen und Firmenevents ebenso wie für Inhouse-Trainings mit Vertriebsteams und Führungskräften. Zu ihren Kunden zählen unter anderem L’Oréal, Allianz und Biogena. Das Fachmagazin Training kürte sie zur Speakerin des Jahres 2025.
Was die Zusammenarbeit bewirken kann, zeigen drei Beispiele, die Silvia im Porträt nennt:
- In einem Biogena-Store stieg der Umsatz nur zwei Tage nach dem Training um mehr als 82 %.
- Eine Generali-Beraterin startete als Newcomerin, landete nach der Zusammenarbeit unter den Top 3 Österreichs und wurde mit dem Goldlöwen für außerordentliche Erfolge geehrt.
- „Frau König“, Vertriebsberaterin für Küchengeräte, wurde wenige Monate nach dem Mentoring von mehr als 10.000 Beraterinnen zum „Top Leader of the World“ gekürt.
Frauen im Vertrieb: Sell like a Queen
Eine Lücke sieht Silvia in ihrer eigenen Branche: Die meisten Verkaufstrainer sind Männer, Frauen bringen aber ein anderes Skillset mit. Schüchtern seien sie selten, nähmen ein Nein jedoch persönlicher. Während viele Männer eine Absage als Zwischenstation abhaken und zum nächsten Gespräch weitergehen, beginnen viele Frauen, an sich selbst zu zweifeln. An der Leistung liegt das nicht.
Für Frauen, die tiefer einsteigen wollen, gibt es das 16-wöchige Sell like a Queen Mentoring mit Onlinekursen und Live-Terminen. Einwandbehandlung und Abschlusstechniken werden in Rollenspielen geübt, bis sie sitzen. Unter den „Ladys“ sind Vertriebsprofis aus Banken und Versicherungen ebenso wie Unternehmerinnen aus vielen Branchen, teils mit großen Vertriebsteams. Mehr als 1.000 Frauen hat Silvia bereits begleitet.
Dahinter steht ein klares Motiv: Keine Frau soll von einem Mann, einem Chef oder einem Unternehmen abhängig sein. Wer souverän verhandelt und verkauft, gestaltet sein Leben selbst und leistet sich, was ihm wichtig ist.
Was als Nächstes kommt
Im November erscheint die Sell like a Queen AI. Silvia hat dafür ihren gesamten Erfahrungsschatz digitalisiert, von Coaching-Videos bis zu Notizen aus mehr als zwei Jahrzehnten. Kund:innen können der KI jederzeit Fragen stellen oder sie als Sparringpartner für das nächste Verkaufsgespräch nutzen.
Das Ziel dahinter formuliert Silvia ohne Understatement: Sie will die Nummer eins für Frauen im Vertrieb im deutschsprachigen Raum werden. Höflich klingt das nicht, und das soll es auch nicht.
Das vollständige Porträt gibt es bei Forbes Austria: „Höflichkeit killt Umsatz“ auf forbes.at.
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